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Philippinen II Februar 2013

Februar 24, 2013

17. Februar 2013 Sagada

Heute habe ich mich um diesen Blog gekümmert, habe den ganzen Tag an dem Text geschrieben und versucht es so ansprechend wie möglich zu gestalten. Leider ist mein Gehirn, alles was mit Computer zu tun hat so durchlässig, dass alles was ich über das Erstellen von Blogs wusste, wieder Vergangenheit ist.

Bis zum Abend habe ich mir von meinen Mitbewohnern anhören dürfen, wie grausam es ist, bei dem Wetter und dieser Gegend „in House“ zu bleiben. … (Wertschätzung erbeten). Mich aber am Abend überreden lassen mitzukommen ins 7J Diner. Hier hatte ich vorgestern schon einmal gegessen, lecker Eintöpfe! Man schaut in die Töpfe und sagt was man will.

Beinahe hätte ich das am leckersten riechende genommen. Es roch aber irgendwie bekannt. Habe mich aus ethischen Gründen gegen eine Portion Pinikpikang manok entschieden. Es roch jedoch verführerisch. Stattdessen gab es eine Schweineschwanzsuppe (oder Fuß, genau konnte ich die verhutzelten Scheiben nicht identifizieren) und gebratene Reisnudeln. Lecker. Das 7J ist ganz nett, man wählt aus einer kleinen Auswahl Hausmannskost, der Besitzer ist ein Tier von Muskelpaket, klettert mit Vorliebe Steile Bergwände hoch und kennt das Himalaya Gebirge wie seine Küche.

Er lässt sich auch für Berg-, Kletter-, Wander- oder Höhlen-Touren buchen. Für 400 PHP ist er pro Tag zu haben.

killerkaninchen

Killerkaninchen Sagada, Killerkaninchen Ritter der Kokosnuß

Auf der Suche nach einer chilligen Bar für den Absacker stießen wir auf die hiesige Sperrstunde. Ab 21 Uhr machen die meisten Läden zu.

Im Garten des Pinikpikang Restaurantes vom Vorabend brannte ein einladendes Lagerfeuer. An das wir uns dann gesetzt haben, die philippinischen Freundinnen, der viel sprechende Franzose, die zwei neuen und ich.  Dort sahen wir auch, dass die Tiere, die sie im Restaurant anbieten, vor Ort gehalten und geschlachtet werden. Die Hühnerkäfige waren leer, das Fleisch das ich nicht identifizieren konnte, war wohl von den Kaninchen die im Käfig neben den Hühnern an Kohlblättern mümmelten. Um uns herum verstreut lagen Unterkiefer Knochen. Diese haben bestimmt den Schweinen gehört die hier zerteilt worden sind.

Das Lagerfeuer, die Knochen und Futtertiere um uns herum hatten etwas urzeitliches.Allerding gibt der Ort auch eine sehr negative Energie für mich aus. Hinter raschelnden Ästen scheint der Mond auf. Ich bleibe nicht lange.

18. Februar 2013 Segada

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Marlboro Country I

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Marlboro Country

Mein Wecker klingelte um 4:30 Uhr morgens. Die Sterne sinken noch. Meine beiden Mädels wollen mit mir den Sonnenaufgang ansehen gehen. Nachtwanderung zum Kilitipan. Auf dem Gipfel trafen wir auf einige andere Frühaufsteher und Spät-ins-Bett-Geher. Dann traten wir an die Klippen. Um die verblassenden Sterne und die Morgendämmerung zu schauen.

Hat sich gelohnt. Nicht weit von dort befindet sich das Marlboro Country. Das heißt so, weil es eine Aussicht gibt wie im wilden Westen oder dem was man aus der Philipp Morris Werbung von früher noch kennt.

Die Sonne schiebt sich derweil über den Horizont. Sie strahlt jetzt schon heller. Safranfarben. Hat den Dunst des Rot schon überwunden. Die Wanderung zu den Aussichtspunkten führte an wilden Rindern vorbei, durch Baumfarn Haine, Pinienwälder und Camelienbüsche auf einem schmalen Pfad. Die wilden Pferde haben wir nicht gesehen. Dafür aber die weite, weite Landschaft.

Als ich endlich zu meinem Frühstück kam, das aus einem leckeren Karottenkuchen und einem Glas Kakao bestand, habe ich mich Amar meinem holländischen Restaurantnachbarn aus Surinam angeschlossen und bin mit ihm zu weiteren hanging Coffins gewandert.  Ins Eco Valley. Skurrile Felsformationen. Die  Felsvorsprünge erinnern an Tropfsteine. IMG_2936Unter diesen Vorsprüngen,  mitten im Berg hängen die Sarkophage.  Den letzten haben sie 2010 hoch gesargt, also recht frisch die Leiche.

Manche haben einen Holzstuhl daneben hängen. Wenn jemand weiß, warum, bitte mir melden.

Von dort führte unser Pfad weiter in den Berg hinein, Wir sind dem unterirdischen Fluss gefolgt, so lange uns das Taschenlampenlicht geführt hat. Ein Paradies für Fossilien Sammler. Habe einige Ammoniten, Muscheln und Schneckenschalen im Stein entdeckt. Sicher schlummert dort auch ein größeres Tier im Fels. Die Sonne steht schon hoch im Mittag als wir zurück laufen.

Es gibt noch viel zu erforschen hier in Segada. Zum Beispiel einen Bergsee und heiße Quellen. Dazu kommt noch, dass ich eine gute und günstige Unterkunft habe, die Bäckerei entdeckt habe, wo ich das leckerste süße Zimtbrot bekomme und echtes Vollkorn Toastbrot. Und mein Lieblingsrestaurant. Doch juckt mein Wanderschuh – ich muss weiter.

Apropos Schuh. Es ist so ein tolles Gefühl die Klamotten zu nutzen, bis sie ihren Dienst erfüllt haben und  auseinander fallen und nicht einfach zu besitzen bis sie aus der Mode sind. Die Schuhe sind durchgelaufen, die Socken haben Löcher, die T-Shirts von der vielen Handwäsche verzogen doch jeder Fleck erzählt eine Geschichte.

In der Nacht habe ich mir den Philippinen  Lonely Planet Reiseführer von meinem Zimmernachbarn geliehen und meine nächsten zwei Tage geplant. Es soll nach Manila gehen.

verabschiedungsfoto, Amar, Michelle, Cheryl und ich

verabschiedungsfoto, Amar, Michelle, Cheryl und ich

19. Februar 2013 Sagada

Als um 6 Uhr mein Wecker klingelte, hatte ich keinen Bock aufzustehen, habe ihn ausgedrückt, noch kurz höflich, mit dem Steiß blasend den neuen Tag begrüßt und mich umgedreht. Weiter geschlafen. Wo war ich im Traum stehen geblieben, ach ja… Aber Amar mein heutiger Reisefreund mit dem ich mich gestern auf Sargtour begeben hatte, stand  in der nächsten Minute schon fertig vor der Tür. So habe ich mein zuvor gepacktes Gekrempel geschnappt und bin hinterher. Keine 10 Minuten, nachdem ich die Augen geöffnet hatte, saß ich schon im Bus. Fast wie in alten Zeiten, wenn ich um 7:56 im Büro sitzen musste. Oder noch früher  um 7:45 in der Schule. Fahrt nach Bontoc 45 Minuten und 45 PHP, Dort umgestiegen auf einen Minivan 150 PHP. zwei Stunden Fahrt.

Herrschaften zu Banaue

Herrschaften zu Banaue

An Reisterrassen vorbei die vom Fuß des Berges bis hoch in die Wolken ragen. Als wären es Treppenstufen in den Himmel.

Am Straßenrand kauert ein alter Eingeborener auf einem Meilenstein. Bemalt und in seiner kompletten traditionellen Kleidung mit Lendenschurz, Federkrone mit Bommeln und Federschmuck in den für diesen Stamm typischen rot schwarzen Farben. Wie ein tropischer Vogel sitzt er dort oben auf dem Begrenzungsstein. Es soll hier immer noch Kopfjäger geben, sicher könnte dieser alte, stolze Mann noch einiges davon berichten. Stammesfehden wurden hier nämlich etwas anders geklärt… Keine zwei Kilometer weiter sitzt ein weiterer Häuptling am Straßenrand. Ebenso voluminös geschmückt. Heute scheinen sie wohl die Straße zu bewachen.

Der Nachtbus nach Manila mit der hier einzigen Direktverbindung  „Ohayami Trans“ fährt 18:30, der Bus um 19 Uhr war bereits voll, in diesem Fall packen sie die Nachzügler in einen anderen schäbigeren Bus der früher fährt.

Mein Frühstück habe ich alleine zelebriert. Amar hat sich auf den Weg gemacht zu den Batad Reisterrassen.

Suchbild:Wo ist die Garage in diesem Haus?

Suchbild:Wo ist die Garage in diesem Haus?

Die kenne ich aber schon, daher drück ich mich in dem 1000 SeelenDorf herum.  In einer tiefen Schlucht schlängelt ein Flüßlein dahin. Die Häuser sind in die Steilwände gebaut. Wenn man auf Straßenhöhe in ein Haus läuft, hat man manchmal sechs Stockwerke unter sich.  Auf Sechster Etage dieses Hauses beobachtete ich, wie mehrere Männer Ihr Jeepney reparieren. Die Garage befindet sich im 6. Stock.

Zum Frühstück habe ich Erdbeermarmelade aus der Gegend und Brot ausgepackt. Auf  meiner Sri Lanka Airways Decke picknickend, genoss ich die Aussicht. ich saß auf dem Dach einer Baustelle, Unter mir der Abgrund, wilder Abfall, Papyrus, wilde Trompetenbäume und Orchideen säumen den natürlichen Flusslauf.

Neben mir, ganz unbeeindruckt von der Szenerie, eine eigenwillige Gans die es auf mein Marmeladenbrot abgesehen hat.

Habe den Tag in dem kleinen Örtchen verbracht, im Wifi Bereich des Guesthouse sitzend weitere Kontakte mit Reisenden geknüpft und Reiseerfahrungen ausgetauscht.

Ach die Frisörin später nicht vergessen… die bis auf den Fauxpas mit den verhunzten Koteletten ganz kompetent geschnitten hat  für 1,86€. Und wie sie die Koteletten verhunzt hat, Mann oh Mann!

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schöne Weihnachtssterne

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Kopfjägersouveniers zwischen Kunst und Kitsch

In diesen Höhen wachsen wild am Straßenrand riesige Weihnachtssterne die mit ihren roten Blättern einen schönen Kontrast zum saftigen grün der Baumfarne bieten. In der Umgebung ranken Rattanpalmen die Bäume hoch, diese finden sich dann in der Verarbeitung zu touristischer  Mitbringsel wieder.

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die kantige Schwester vom Kontrabass

Es gibt außerdem ungewöhnliche Holzschnitzereien, Holzschalen und kreativ designte Möbel, die ich mir ohne Weiteres auch in die Wohnung stellen würde. Zu Preisen wie im alten Bali. Ich rede nicht nur von Rattanmöbeln!   Wenn nur der teure Transport nicht wäre. Die Schätze natürlich immer zwischen lauter furchtbar naivem Kitsch und Trash, Oder Abstößlichkeiten wie einem lackierten Menschenschädel und Schmuck aus Menschenknochen, Federn und Unmengen Tierknochen.

Die ungetümen Musikinstrumente haben mich besonders  beeindruckt. Es war mir ein Vergnügen mit meinem Reisefreund nach seinen Mitbringsel zu suchen. So kam ich dazu, in Läden zu schnuppern auf Suche nach Dingen, die ich nie freiwillig betreten hätte.

Als  ich mich auf Bali das letzte Mal gewogen habe, wog ich 10 kg weniger als zu meiner satten Zeit in Deutschland. Ich denke, dass ich diese bald wieder aufgeholt habe. Hier auf den Philippinen gibt es Brot und auch Nutella. Es gibt Bäckereien und sogar Kuchen. Das Bier ist billig. Mit 6,9 % zudem  recht stark.

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lecker Hühnerdarm

Gegessen habe ich einen Spinat aus Schnecken und Unkraut aus den Reisfeldern 15 PHP, dazu Reis und  eine klare Suppe.

Vorspeise? Da versuche ich mich doch an einem gegrillten Hühnerdarm Spieß 10 PHP.Das war wirklich köstlich.

Amar suchte vergebens nach vegetarischer Kost. Erst da fiel mir auf, wie Fleischverseucht alle Speisen hier sind. Es gibt nichts, wo nicht Schweineschwarte, Hühnchen oder Fisch verarbeitet ist. Mich stört das nicht, ist das doch nach der sehr spärlichen Fleischversorgung in Indonesien eine erwünschte Abwechslung.

Dann noch paar leckere Kuchen hinterher und just in Time zum Bus.

als Kind kamen mir die Flaschen größer vor.

als Kind kamen mir die Flaschen größer vor.

Bus wie erwartet zweite Wahl.  Aber für 450 PHP OK.

20. Februar 2013 Manila

Sind gegen 3 Uhr in Manila angekommen. Kaum aus dem Bus gestiegen, drängte sich schon ein Häuflein Mensch, alles Taxifahrer vor uns aneinander, Wir trennen uns vom Schwarm der Männer und halten einen Wagen auf der Straße an. Ich versuche diesen Schlepperbanden immer fern zu bleiben. Denn ich finde, nicht der mit den stärksten Ellbogen sollte mich fahren, sondern der mit dem korrektesten Angebot. Ein Dreirad Mopedfahrer zieht bei rot am Taxifahrer vorbei um ihm somit zuvor zu kommen. Er vertut seine Chance. weil er uns einen zu hohen Preis ansetzt, so nehmen wir uns das Taxi.

Das friendly Guesthouse ist, wie der Name es verspricht. -friendly. Im 3. Und 4. Stock eines Mehrstöckigen Gebäudes in Mitten von Malate, der Gegend wo man als Tourist am nächsten zu den meisten Sehenswürdigkeiten und Restaurants ist.

Trotz, dass wir um 5 Uhr angekommen sind, Check in allerdings um 12 Uhr ist, durften wir unser Bett beziehen für 350 PHP die Nacht.

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Benji der Manager

Ich wohne in einem Mehrbettzimmer mit Hochbetten. Die Gemeinschaftsbäder sind sauber und die Küche gut ausgestattet. Ein großer Gemeinschaftsraum mit Internetzugängen, Wifi und locker angeordnetten heimeligen Sitzgelegenheiten. Ein Flatscreen hängt an der Wand, angeschlossen ist eine Festplatte mit einer Million Kinofilmen. Dieser Raum mündet auf die große überdachte aber zu allen Seiten offene Dachterrasse.

Der Manager Benji ist ein kleiner, immer herzlich lächelnder Mann mit Lebenserfahrung, der sich, wie sich später heraus stellen wird, für seine Gäste immer wieder was neues Einfallen lässt.

Ob es ein Abendliches Buffet mit Wein und Käse ist, ein Grillabend wo jeder zugreifen darf, manchmal mittags ein Berg Eiscreme. Echt nett. Und jeden Abend stehen ein paar Flaschen Whisky und Eis zur freien Verfügung. Nur die Cola dazu muss man mit 25 PHP (47 Cent) bezahlen. Er sitzt bei seinen Gästen, gibt viele Tipps und ist immer fröhlich.

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aaaah, Erfrischungsgetränk, schleck,hmmm schlürf! köstlich! war nicht drin, ist sicher ein Puff

Einen kurzen Ausruher später, sind wir schon raus gepilgert um die Stadt kennen zu lernen. Es ist 8 Uhr. Manila ist eine 12 Millionenstadt, ein Moloch für manche Gemüter vielleicht, Armut ist überall deutlich erkennbar, Straßenkinder betteln um Geld, Die Bettler sind sogar froh, wenn man ihnen was zu essen zusteckt. Nachts nicht ganz ungefährlich, doch wenn man nicht zu dämlich mit seinen Wertsachen herum wedelt, kann man sie meist auch behalten.

die Hecke sieht aus wie ne Kackwurst

die Hecke sieht aus wie ne Kackwurst

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kleiner Flirt im Park

Der Chinesische Garten ist seinen Eintritt von 10 PHP nicht wert, auch die anderen Grünanlagen sind für unsere Verhältnisse recht spärlich. Den Rizal Park mit seinen 50 PHP Eintritt sollte man aber besuchen.José Rizal wurde hier in den Mauern exekutiert, Es ist ein Museum angeschlossen, das gesamte Fort Santiago ist eine schöne Gegend zum spazieren.  Einige Kirchen und Häuser aus der Kolonialzeit sind noch erhalten.

Sind zufällig am Bureau of Immigration vorbei gelaufen. Wo man sein Visum von 21 auf 59 Tage verlängern kann. Gewundert habe ich mich, warum ich auf der Straße ständig angesprochen wurde, ob ich eine Hose kaufen oder mieten wollte… Nach dem vierten Angebot erkundigte ich mich. Es ist nicht erlaubt mit kurzen Hosen in ein amtliches Gebäude zu gehen. Strenge Kleiderordnung. Daher vermieten sie Hosen auf der Straße. Findig sind sie ja.

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Die Straßen von Manila

Zufällig The Silahis Center entdeckt. Emporium of Philippine Art Craft & Culture. Aus allen Teilen des Landes zusammen getragene Schätze, Antiquitäten.Die zu moderaten Preisen verkauft werden. Wie im Museum fühlt man sich. Wenn nur der Versand nicht wäre, Ich hätte eingekauft! Man könnte eine Stunde dort verbringen, ohne, dass man alles bestaunt und befingert hat.

Es hat eine Ewigkeit gedauert Etwas zu Essen für meine Begleitung zu finden. Er als Vegetarier ist mit Philippinen echt nicht gut bedient. Do you have something vegetarian? Yes. This! But what is that inside? Antwort: Chicken. Only chicken, no Meat.

Ich hab köstlich gespeist für einen Euro achtzig,  der Shake! Jeder kennt es, dieser mir-ist-der-vordere-Hirnlappen eingefroren-Schmerz, wenn man zu hastig am Eisshake geschnorchelt hat. Mein Appleshake war so. Köstlich!

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Kokosnuss lecker

Amar kaufte das einzig Vegetarische im Umkreis –Zwei kleine Snickers.  Von denen er eines gleich auf den Boden fallen ließ. Außer dem ausgekrtzten Inneren einer Kokosnuss wird der arme heute nichts mehr essen. Denn auch seine vegetarische Frühlingsrolle am Abend hat er fallen lassen. Heut war nicht Dein Tag mein Freund. War der verzweifelt!

Am Abend für 200 PHP ins Kino. Beautiful Creature, süßer Film. Sie warben damit, dass der Film in 2D ist. was ein quatsch.

21. Februar. Manila, Friendly Hostel

Es ist zwar ein Luxusproblem, und glücklich sei der der nur dieses Problem kennt, doch ist es wirklich, wirklich ein Problem, nicht zu wissen wo man als nächstes hin reisen soll.

Habe den ganzen Tag gegrübelt und recherchiert. Schließlich den Flug von Singapur nach Manila für Marion gebucht, 73€. Hätte ich gestern gebucht, hätte es 60 € gekostet. Fliegen hier ist so billig! Dann beschlossen, dass ich nicht 66€ ausgebe, um mein Visum hier zu verlängern, sondern lieber 20 € drauf lege, um einen Kurztrip nach Hongkong zu fliegen. Vier oder ein Tag? Hab mich für einen entschieden.

Am 4. März fliegt Levent nach Hongkong. Für 40 € je Strecke. Ich sag es noch einmal. Fliegen ist hier so billig! Das gefickte an meiner Planung: Ich lande zwei Stunden vor Marion am gleichen Flughafen.

www.adioso.com ist ne super Seite um günstige Tickets zu finden. Ich liebe die Funktion: Fly to : somewhere warm und er sucht dir was aus.

Trotzdem weiß ich immer noch nicht, wo ich meine restliche Woche verbringen soll. Oft vergeht so manchmal die Woche einfach und man ärgert sich über die verlorene Lebenszeit. –Es gibt noch so viel zu sehen!

Die Leute um mich herum necken mich, weil ich wie ein Nerd am Netbook hänge. Es läuft gerade Job 2 Do: ”http://www.youtube.com/watch?v=WAdZzr0ysxg” im Radio. Ein Hit hier.  Die Sonne scheint, es ist angenehm warm. Der Ventilator summt leise, erfreut mich, wenn er mir kurz ans Ohr pustet, bevor er seinen großen Kopf bedächtig weiter dreht. und obwohl ich nicht auf der Straße war, keine körperliche Anstrengung erfahren, morgens schön geduscht habe, staune ich über die schwarzen Bobbel unter den Fingernägeln, wenn ich mich kratze. Kein Kurort hier.

22. Februar 2013 Manila

Da hält ein Bus! Mr. Busdriver, where is that bus going to? Alabang, Boss!

Wo ist das? Weiß ich nicht. Steige aber ein, habe einen Guten Grund. -Da war ich noch nicht. Und weil ich sonst nichts Besseres zu tun habe.

Wir fahren 18 km in den Süden, ich sitze am Fenster und vorbei fließen Häuser, Einkaufszentren, Brücken, Freizeitparks, schicke Häuser, nicht schicke Häuser, überhaupt nicht schicke Häuser, Blechhütten, Fressstände und Millionen Menschen. In den Abwasserkanälen wachsen Elefantenohren neben Papyrus.

Elefantenohr, Papyrus und so weiter im Kanal

Elefantenohr, Papyrus und so weiter im Kanal

Gestern hat den ganzen Tag die Sonne geschienen als ich Nerd vor dem Rechner gesessen habe.

Heute regnet es Bindfäden. Ich bin trotzdem glücklich. Habe einen Regenschirm.

Unter einer Highway Brücke werden die verbliebenen Fahrgäste aus dem Bus gekehrt. Ich laufe nicht weit, schon bin ich in einem gewaltigen Shopping Center. Star Mal. Eine Ewigkeit trödle ich durch den Supermarkt, kaufe westliche Spezialitäten wie Baguettes, Spaghetti und Exotische Sachen wie passierte Tomaten in der Dose. Fotografiere die lustigen Fische in der Auslage, die in Clownfisch Nemo Form gepressten Surimi Scheiben im Kühlfach, die Packung für irgendwelche  Pillen die die Haut bleichen sollen und …natürlich die Inhaltsangabe von einem Tetrapack Vollmilch.

Ingredients: Water, Skimmed Milk, Milk Powder, Buttermilkpowder, Milk Fat, Vitamin D3, A. Und ich dachte, ich trinke Milch!

wo ist Nemo?

wo ist Nemo?

Die Schnapsabteilung heißt hier im Supermarkt ganz einladend: „Refreshment Center“. Packe mir eine Flasche 70cl Rum in den Korb nicht den billigsten, daher nehme ich den für 1,43 €. Man hat ja Stil. Ich glaube nirgendwo auf der Welt ist Alkohol so billig wie hier.

Staune über die Auswahl. Heute Abend wird gegrillt. Mir gefallen die Steaks nicht. Dünn wie Seidenpapier. Ich frage den Butcher ob ich wunschmaße angeben dürfe, sage er soll sie drei mal so dick schneiden wie die vertrocknenden Fetzen in der Auslage und lasse mir zwei schöne dicke Scheiben aus der Kuh schneiden, 600 Gramm! 5,58€ das Kilo. Der Abend ist gerettet.

refreshment Center

refreshment Zone

Vor der Busstation ist ein Marktplatz aufgebaut. Bananen, Ananas, Obst, Gemüse, gefälschte Markenartikel, Porno DVD´s und Marienfiguren werden feil geboten.

Es steigt ein kleiner, recht junger Typ ein und setzt sich Gruß- und Blicklos neben mich. Er trägt einen furchteinflößenden Al Quaida Bart, sieht auf den ersten Blick grimmig aus. Hat einen Rucksack um. Ich drehe mich zu ihm, schaue ihn so lange an, bis er aufschaut.

Selamun Aleykum grüße ich ihn auf die in der islamischen Welt übliche Weise. Er wundert sich und antwortet Aleykum Selam. Türkei? Auch Moslem? Die Unterhaltung ist eingeleitet. Philippinen sind toll zum Leute kennen lernen, denn Englisch kann hier jeder.

Der Mann heißt Bencil, ich dürfte ihn aber Ahmed nennen, ist gerade auf dem Weg zu seinem islamischen Zirkel wo sie Sachen vorbereiten. Ich habe mich nicht getraut zu fragen, was für Sachen. Geführt wird die Gruppe von einem Türken der hier lebt, Mustafa sei sein bester Freund sagt Bencil, wobei seine Augen strahlen. Er kommt gerade von der Arbeit, wie ein Großteil der in Manila arbeitenden, arbeitet er in einem der zahlreichen Call Center in der Stadt. Er für Microsoft. Verdient 14.000 PHP im Monat (260€) somit nicht schlecht. In einer 5 Tage Woche mit Schichten wie ich sie auch kenne, Sie haben Vergünstigungen für die öffentlichen Verkehrsmittel und andere Goodies, sind mit Ihrer Familie über die Firma Krankenversichert, allerdings haben sie keinen Urlaub und strenge Hierarchien. Er machte einen sehr zufriedenen aber durch die Arbeit erschöpften Eindruck. Haben gefachsimpelt, ich konnte von meinen 18 ACHTZEHN! Jahren Callcenter Erfahrungen berichten.

Die Amerikaner sind die blödsten Kunden sagte er. Während die Briten höflich sind und Ihr Anliegen erklären, schreie der Ami meist gleich los. Amis seien blöd aber denken, sie seien es nicht, der Australier sei blöd aber wüßte es auch, der Brite sei blöd aber höflich.

Auf der Bühne fühl ich mich doch am Wohlsten

Auf der Bühne fühl ich mich doch am Wohlsten!

Der Rum entpuppte sich als 80% Rachenputzer. Zurück auf meiner Terrasse: schnell ist England, Dänemark, Japan, Holland an meinem Tisch versammelt, staunt über meinen Appetit. 600 Gramm Fleisch, Kräuterbutter und ein ganzes Baguette.

Drei oder Vier Flaschen Whisky, Unmengen Bier und den fiesen Rum haben wir uns dann zusammen vorgenommen, bevor wir kurz vor 3 Uhr in eine Bar gewandert sind. Live Musik. Knapp gekleidete hübsche Mädchen mit Beinen von hier bis da sangen und tanzten zu einem kleinen Mann der eine beeindruckend schöne Stimme hatte. Nach dem ersten Bier standen wir Fünf Freunde schon mit auf der Bühne und es wurde wild mitgesungen. Ich habe dann gedrängt, in eine Gaybar zu gehen. Unsere zwei Mädels, der Engländer und der Däne kennen so etwas noch nicht, die Stimmung ist aber so gelöst, dass wir gemeinsam von der Bühne direkt ins „Bed“ gewankt sind. Zum Glück nicht weit. DJ spielt elektronische Klänge. 2 4 1 Getränke, Zwei Getränke kosten 100 PHP, 1,90 €.

IMG_3230Ich werde kurz klar, realisiere, dass ich mit 4 netten Leuten unterwegs, zu guter Musik in einer Disco auf dem Podest tanze, dabei ein Gintonic für reguläre 95 Cent in der Hand halte. Was haben wir gesteppt bevor sie uns heraus gekehrt haben.

Landen direkt in einem Disco-aus,-will-noch-nicht-nach-Haus-Afterhour Fressstand. Sitzen auf Plastikstühlen unter Neonlampen, trinken uns mit Bier nüchtern und sind schon ganz dick mit den vier Ladyboys zu denen wir uns gesetzt haben. Die mit der Schmetterlingnase (zwar nicht so schön wie ein Schmetterling, aber flach und groß wie einer) Hat gleich Gefallen an unserem Dänischen Jungen gefunden. Guten Geschmack hat der Schmetterling damit auf jeden Fall bewiesen.

Ich wurde dafür voll und ganz von einer blondierten, asiatischen Version von Whitney Houston angegangen. Sie fütterte mich mit Ihren Tofuwürfeln während sie mich durch Ihre grau melierten blauen Kontaktlinsen mit Ihren Polyesterwimpern verliebt anklimperte.

Wenn unser dänisches und holländisches Mädel nicht um 8 Uhr beschlossen hätten, zurück ins Hostel zu wollen, dann hätten Whitney und der Schmetterling den Dänen, den Engländer und mich sicher schon so weit, Ihren Ehevertrag zu unterschreiben. Ach ja… in diesem Straßencafe haben wir an einer Stange getanzt, viele Biers getrunken und waren eins mit allen Gästen.

Was für ein Glück wir haben, dass das Hostel direkt gegenüber ist. So mussten wir nicht erst „sich paarende Schweine“ suchen um nach Hause zu kommen.

eine Familie auf sich paarende Schweine

eine Familie auf sich paarende Schweine

„Sich paarende Schweine“: in Tagalog (der Philippinischen Sprache) heißen sie „Habal habal“

Ein „Habal habal“ ist ein Mofataxi mit verlängertem Sitz, heißt so, da man sich auf dem engen Sitz doch recht nahe kommt, wenn man zu fünft Platz nimmt…

23. Februar 2013 im Bett

Nach einer traumlosen Schlafphase mit einem gewaltigen Kater -nicht -aufgestanden. Draußen scheint jeder der 12 Millionen Einwohner eine Hupe zu besitzen und sie heute auszuprobieren. Dumpf peinigen sie mein Gehör. Irgendwo auf der Straße schimpft jemand. Vermaledeiter Du! So schweige still, friss Deine Wut und dann erstick an Ihr! rufe ich und drehe mich weg.

Durst! Kein Wasser gekauft, keine Kraft aufzustehen. Zum Glück hat der Whisky meinen Körper so weit ausgetrocknet, dass ich nicht mal auf Klo muss. So lag ich bis 16 Uhr mit dem Gesicht nach Unten auf meiner Matratze die ich wohl in meinem unruhigen Schlaf irgendwann vom Bettlaken befreit haben muss. Diese ungeschützte, alte, verlauste, fleckige Matratze . Ist das alles trostlos denke ich. Wische mir den Ekel über die im Schlaf abgeleckte Matratze aus dem Kopf und meinen angetrockneten Speichel von der Matratze. Wo bist Du nur wieder gelandet, verworfene Seele… schelte ich hadernd zu mir selbst. Sinke zurück in die Matratze. Erst mal ausruhen.

diabolischer Kater! wild und grimmig Du! Weiche! Whisky hat Dich gerufen! Du Untier peinigst mich nun! den weltlichen Freuden zu Seelig gefrönt bist du mein Henker. Am Abend noch so beglückt und voll Freude, ich. Heute ist mir so wie einem Fieberkranken. Oh elend Schmerz.

Frühstück: Wasser.

Tagesaufgaben: Essen, schlafen. -Erledigt.

War nur kurz draußen um meine Wäsche abzugeben, 34 PHP kostet das Waschen pro Kg.

Dann einige leere Wasserflaschen meiner neuen Freunde zusammen gesammelt und sie zum Auffüllen lassen mitgenommen. Wasser auffüllen lassen spart Ressourcen wie Plastik, schont die Umwelt und ist zudem mit 5 PHP für 1 Liter günstiger als neu kaufen.

Am Abend gab es ein kleines Buffet mit Baguettes, Thunfisch Salat, importierte Oliven und Käse. Dazu Wein. Der erste Wein seit Monaten. Der Whisky ist heute nicht so beliebt wie gestern.

Ich lehne dankend ab, heute aus zu gehen, setze mich brav an den Rechner und tippe für Dich, lieber Leser, meinen Blog auf aktuellen Stand.

24. Februar 2013 Immernoch Malate

Gut, dass ich heute nicht ausgecheckt habe. Heute Abend ist Oysternight. Benji serviert für das ganze Haus Austern. Also das Hostel gefällt mir !

From → Südostasien

One Comment
  1. Renate permalink

    Lecker Hühnerdarm?? Da machste ja was mit…
    War wieder mal nett Deine Zeilen zu lesen! 🙂
    Lina

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