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Philippinen I ab Februar 2013

Februar 17, 2013

13. Februar 2013 Singapore

heute geht es endlich weiter! Diesmal auf die Philippinen.

Eine Ansammlung an  Inseln auf die ich fliege, ohne einen blassen Schimmer zu haben, was mich erwartet.

Beim Check in für die Philippinen fragt das Schaltermädchen gezielt nach einem Weiterflug, möchte diesen dann auch prüfen erfuhr ich. Zum Glück habe ich liebe Freunde im Reisebüro, wo ich sofort geholfen wurde und eine Email- Reservierung für einen Flug raus aus den Philippinen innerhalb des Visa Gültigkeitszeitraumes erhielt. Es könnte beim ersten wie beim zweiten Blick als ein Flugticket durchgehen, denke ich. Dieses wollte zwar niemand sehen, doch konnte ich so selbstbewusst mein Weiterflugdatum nennen und bezeugen, dass ich nur auf Durchreise bin. Man hat mich gleich durch gewunken. Auch am Zoll am Flughafen Clark / Manila gab es nichts zu befürchten. Der Polizist fragte wie lange ich bleiben will. -Ich antwortete, dass ich am 5. März weiter fliege nach Taiwan. er muss ja nicht wissen, dass ich nicht weiß was sich ergibt auf meiner Reise…  Er bohrte anmutig in der Nase während ich passierte.

Der Flughafen in Clark ist recht klein, doch die Gepäckbänder sind riesig. schlängeln sich unnötig bevor sie langsam und laut kreischend Dein Gepäck in Deine Richtung drücken.  Wie Gedärm sieht das aus. Nur, dass die Länge keine Funktion hat. Vom Zeitpunkt, da man sein Od erblickt, bis zum ersten Moment wo man es greifbar hat, windet sich das Gepäck ewig lang das unnötig lange und nicht umgehbare Band entlang.

Beim Ausgang gibt es die Möglichkeiten mit einem Shuttle Bus nach Manila zu fahren, oder zum nächsten Busbahnhof. Am cleversten ist, man fährt zum Busbahnhof. Dort kann man in den günstigeren Local Bus umsteigen. Da ich nach Norden will, ist dies sowieso eher meine Richtung. 50 Pesos (92 Cent) bringen Dich mit dem Jeepney nach „Dau“ zum Busbahnhof.

Jeepney

Jeepney

Ein Jeepneyist ein durchgeschnittener und um ein vielfaches verlängerter Armeegeländewagen. Ehemals gebaut aus den Willis Jeeps die die Amerikaner nach dem zweiten Weltkrieg zurück gelassen haben.  Moderne Jeepneys werden heute aus haltbarem Aluminium und rostfreiem Stahl originalgetreu nachgebaut. Ähnlich einem Schulbus sieht das aus, aber niedriger, mit einem Jeep Gesicht und  von vorne bis hinten abenteuerlich bunt in allen Regenbogen und Neonfarben bemalt. Geschmückt mit Chromteilen und vielen Maria Figuren, Gott liebt Dich Sprüchen oder Actionfigurenabbildungen.

Auf dem Dach befindet sich meist ein übergroßer Dachgepäckträger. Auf dem es sich herrlich reisen lässt.

Es ist immer gut zu wissen, wo man hin will am Bahnhof. Das ist nicht nur hier so.  Da ich nicht wusste, wo ich hin will, habe ich ungefähr die Richtung angegeben, gleich wurden mir alle möglichen Probleme aufgezählt. Es gibt keinen Direktbus, der Bus kommt zu spät am Zwischenziel an, daher muss man bis zum nächsten Morgen auf eine Weiterfahrt mit einem anderen Bus warten, etc. Es stand ein Bus nach Banaue, ich dachte aber, es sei besser nach Baguio zu fahren um von dort weiter  zu kommen. Buchte dann aber doch Banaue, um schließlich in den falschen Bus zu steigen, nämlich den nach Baguio. –Ja! So wie Du gerade schaust, so ging es mir auch…

Wenn ich alleine reise, schaue ich immer gleich nach weiteren auf meine Art Reisenden. Ich war gleich im Gespräch mit drei jungen Engländern, sie wussten, so wie ich nur ungefähr in welche Richtung sie wollten. So beschlossen wir  unsere Routen anzupassen. Wir fuhren somit gemeinsam falsch.

links Eier, hinten Teigtaschen,vorne Fleisch

Aber vorher wollte ich noch was essen. Ein Fleischspieß aus Schweineteilen vom Grill 35p (64 Cent), eine fluffige weiße Teigtasche (Siopao) mit Schweinefleischfüllung (55 Cent) und ein hart gekochtes Ei  15p (28 Cent)dachte ich mir für den Mittag sind gut.

Das Ei entpuppte sich als hart gekochter Entenembryo.Calimero Ungläubig befreite ich es aus der Schale und betrachtete das Junge erst mit wissenschaftlichem Interesse, dann mit hungriger Neugier. Ich entschied mich mal hinein zu schauen. So riss ich Calimero in der Mitte auseinander. In der linken Hand ein Teil des Rumpfes, in der Rechten der andere Teil mit etwas, das wie ein Kopf mit großen Glubschaugen aussah. Diesen Teil schob ich mir zuerst in den Mund, tastete mich langsam an das neue Lebensmittel heran. Es war kaubar und schmeckte nach Ei.

Mit dem Dottersack den ich als nächstes vom Rumpf riss, verfuhr ich genau so, dieser war recht fest und das Beißgefühl erinnerte an eine gut gebratene Niere. Oder ein sehr lange gekochtes Eiweiß. Es schmeckte nach Ei.

Donald Duck

lecker Küken

Mit dem Dottersack scheine ich dem Küken wohl auch seinen Brustkorb geöffnet zu haben. Dieses Bild gefiel mir nicht. Im Gesamten konnte ich in weiche Kükendärme schauen, welche von einem in Eiweiß gestockten halb entwickeltem Federkleid der Flügel und der angewinkelten Beine gehalten wurden. Diesen Teil zerkaute ich zaghaft und dachte dabei, dass ich es bevorzugt noch härter gekocht in der Mitte und vor allem besser gewürzt gehabt hätte. Die Tüte Sojasoße fiel mir erst nach Verzehr des ganzen in die Hände. Es schmeckte irgendwie alles nur nach Ei. Das nächste Mal vorher in die Tüte schauen, was noch dabei ist. Ich war froh über den  gut gewürzten Fleischspieß den ich hinterher jagen konnte. Um mich von dem doch mulmigen Gefühl abzulenken.

Extra Sitz im Gang

Der anfangs genannte Reisepreis wurde im Bus zu Gunsten des Busunternehmers nach oben korrigiert, somit zahlten wir je 301 P (5,54€) statt 275p (5,07€) So etwas ärgert einen weniger wegen der 47 Cent die man mehr zahlt, als von dem Gefühl des aufgrund der Hautfarbe abgezockt werdens. Im Endeffekt saßen wir im falschen Bus, hatten keinen Sitzplatz, mussten 4 Stunden im Flur liegen und unterwegs erfuhren wir von den Mitreisenden denen wir fast auf dem Schoß saßen, dass wir in den anderen Bus hätten steigen müssen, dieser hier sei das Dümmste, was man machen kann.

Somit folgte wieder eine Planänderung. Sind also nicht nach Bagabag wo wir auf die Weiterfahrt nach Baguio warten sollten, sondern  in Solano ausgestiegen, der Stadt die vor dem Endziel des Busses war, da das Endziel keine Hotels hat und wir sonst von 21 Uhr bis zum nächsten Morgen auf dem Bahnhof lungern müssten.

In Solano haben die drei Engländer dazu gedrängt ein Tricycle anzuhalten. Das sind Rikschas die aus einem Motorrad als fahrender Untersatz und einem kleinen überdachten Beiwagen bestehen. Zwei schlanke Asiatinnen haben in der Kabine Platz. Vier ausgewachsene Europäer und die dazu gehörigen je 15 kg Backpacks und je ein Tagesrucksäcke sicher auch.

Ich fuhr auf der Seite des Mopeds mit und hielt als Gegengewicht einen Rucksack auf der anderen Seite. Er beschleunigte auf 30 kmh. Wir waren nach 5 Minuten am Ziel.

Nachdem wir im Pine Ridge Hotel ein zwei Bettzimmer in ein Vier Personen Zimmer mit Bodenmatratze umfunktioniert haben, waren wir mit dem nächtlichen Zimmerpreis von Zusammen 900p (16,58€) einverstanden.

Sofort sind wir auf nächtliche Städte Erkundung gegangen. Es sei eine Studentenstadt. Wir sind in die erst beste Kneipe gegangen, wo wir sofort durch eine große Gruppe kreischender stark geschminkter Frauen empfangen wurden. Im Moment haben wir auf der Hacke kehrt gemacht und sind heraus gestürmt. Diese als Karaokebar war uns nicht geheuer. War wohl eine getarnte Go-Go Bar. Erst auf dem zweiten Blick entdeckten wir auf dem Reklameschild der Bar das notierte „GRO“. Nachträgliche Info für uns: Hier arbeiten „Guest-Relations-Officers“ was der etwas euphemistischer Ausdruck für Callgirls zu sein scheint.

Sind dann in eine Bar ohne „GRO“s gegangen. Haben uns 8 Bier für 285 p das sind gerade mal 5,25 € bestellt. Red Horse. Hierbei handelt es sich um ein Starkbier aus der leckeren Brauerei von San Miguel  mit über 5,5 Umdrehungen.

Die Drei Engländer haben sich anschließend an zwei fesche Mädels heran getanzt, wobei mir die eine in Ihrem Dress ein wenig nach einer Hummel aussah. Nach mehreren Pommes, frittierten Fischbällchen und weiteren zwei Achter Sets Red Horse saßen die Hummel und Ihre Freundin bei uns am Tisch und es wurde für den nächsten Tag verabredet, zusammen nach Banaue zu fahren, dem Ort den ich anfangs gewählt hatte am Busbahnhof.

Seit Ewigkeiten keinen Alkohol mehr getrunken, 6 Bier ohne Grundlage im Bauch. Die Motorrad Rikscha fahrt gut, aber ohne Erinnerung an selbige überstanden.  An die Fahrt erinnert nur ein Foto auf meinem Iphone. Irgendwann unsanft vom Hotelpersonal geweckt- und gebeten worden, in mein eigenes Bett zu gehen. Nachdem sie mich im Nachbarzimmer entdeckt haben. Anscheinend habe ich mich auf dem Weg zur Toilette im 6 m² Zimmer verlaufen und bin ins  (leere) Nachbarzimmer gewandert. Die Nacht war kurz.

14. Februar 2013 Solano:

Die Hummel hat die Fahrgemeinschaft an die ich nie geglaubt hatte -abgesagt.

Jeepney nach Banaue, allerdings mit einmal umsteigen in Lagawe.

Den Bus von Lagawe habe ich nie betreten, bin gleich aufs Dach geklettert. So schön! Es rumpelt, ist unbequem und gefährlich. Genau was ich mir mit einem Kater wünsche. Traumhafte Aussicht auf Abhänge und Bergzungen, während sich das monströse Gefährt die Serpentinenstraßen  hoch schiebt, zitternd nah an der Stelle wo der unbefestigte Grund zu einem Abgrund wird.

In Banaue mittags angekommen; im „Peoples Lodge Guesthouse“ abgestiegen. 1000p (18,42€)zu viert.

Mittags den zweitschlimmsten Hamburger meines Lebens gegessen. Die Jungs haben gleich eine Tour gebucht zu den Batag Reisterrassen (Banaue Reisterrassen) und dem TappiyaWasserfall.  Die Reisterrassen werden als das 8. Weltwunder bezeichnet. Vor über 2000 Jahren aus dem Berg geklopfte Reisterrassen mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem, die Landschaft befindet sich nicht umsonst im Schutz des Unesco Weltkultur Erbes. Hier leben in der Nähe auch die Ifuago Indianer welche traditionell rot-weiß oder Blau- Weiß sehr auffällig verziert gekleidet in Ihren Trachten herum laufen.

IMG_2534Die Tour mit Privatfahrzeug kann man sich als Low Budget Tourist sparen. Der Jeepney fuhr uns eine halbe Stunde hin zum Viewpoint um uns abzusetzen.Tappiya Waterfall Am Abend 18 Uhr holte er uns dann wieder ab. Dafür haben wir ihm dann zu viert 2.300p 42 € gezahlt. Mir blutet das Herz.

In der darauf folgenden Drei Stündigen Wanderung, der über 3.000 Stufen über atemberaubende Reisterrassen, Eingeborenen Hütten das Einblick auf das Dorfleben bot, kamen wir an den Tappiya Wasserfall. Aus 50 Metern fällt ein Fluss grollend in die Tiefe. Glasklares frisches Wasser und einladende Felsen zum Verweilen. Die Schwalben kümmern sich nicht um uns. Sie sind im Spiel mit den Wassertropfen und duschen sich im Flug im Wasserfall. Hier will ich nicht mehr weg.

Dem Auf- und Abstieg in dieses Tal folgte nach dem ausgiebigen Badespaß der Ab- und Aufstieg zurück zum Viewpoint wo wir gestartet hatten.  Immer wieder halte ich inne. Über den Reisfeldern liegt warm die Luft.

Der Jeepney Fahrer wartet schon, mit Blick auf die Sterne fahren wir nach Hause. Die Dunkelheit empfinde ich wie schwarzen Dunst.

Tripvorschlag für das nächste Mal:

Lokales Jeepney früh morgens von Banaue zum Viewpoint für höchstens 150p, dann runter spazieren, sich in ein Guesthouse in den Reisfeldern einmieten (es wurde Rita´s für 200p pro Person  empfohlen) Am besten nur einen kleinen Tagesrucksack für ein bis zwei Tage mitnehmen. Dann den Tag dort verbringen, Picknick am Wasserfall und die Bergdörfer erkunden, nachts inmitten der Reisfelder schlafen und morgens wieder hoch laufen zum Viewpoint und den lokalen Jeepney zurück nach Banaue um sein Gepäck abzuholen oder weiter zu fahren. Am besten nach Solano.

Die Jungs sind geschafft vom Tag, es war schon eine lange Wanderung Bergauf und Ab. Der Suff vom Vorabend und der kurze schlaf lag einigen von uns noch in den Knochen. Ich habe meine Fotos sortiert bis tief in die Nacht und meine Blogfetzen weiter bearbeitet. Müde? Nein,weil mich die Wanderung und das tolle Erlebnis eher fit gemacht hatten.

15.Februar 2013 Banaue:

trotz kurzem Schlaf früh aufgestanden und mich um den Bus nach Sagada gekümmert, während die Buben schliefen. Was habe ich mich in den Hintern treten müssen, als ich noch bei EnBW um 7:56 Uhr im Büro sitzen musste. Heute bin ich da schon ausgeschlafen, hab gefrühstückt und den ersten Schabernack im Sinn.

Es fahren Lokale Jeepneys um 9:30 Uhr nach Bontoc für 150p und von dort steigt man in ein Jeepney nach Sagada für 50p. Oder man fährt mit einem Privatbus für 250p direkt nach Sagada um 9 Uhr. Ich hätte den günstigeren vorgezogen, da kann man wenigstens auf dem Dach mitfahren, mein allerliebstes Hobby hier.

Doch plagen mich ganz andere Sorgen hier. Im Umkreis von 2 Autostunden gibt es keinen Bankautomaten für mich, ich habe nur noch ein paar Pesos in der Tasche.

Während der Fahrt habe ich vorne beim Fahrer gesessen, der kaut ununterbrochen diese Betelnuss- Betelpfefferblatt und gelöschte Kalk Mischung. Hat entweder sein Handy in der Hand und tippt SMS oder eine kleine Flasche wo er sein Moma hineinspuckt, oder beides!. Blickt nur ab und an auf die enge Straße bei der jedes Mal ein vor und zurück Manöver passiert, wenn ein Fahrzeug entgegen kommt, da die Straße zu eng ist. Ich atme schwer und halte mich nicht fest. Das bringt glaub ich nichts, wenn man die Klippen hinunter segelt…

Moma:  so heißt der rostige Speichel den der Betel 

ekliger Auswurf nach Betelkonsum

ekliger Auswurf nach Betelkonsum bitte hier rein

kauende im Überfluss produziert. Die Zähne und die Lippen sehen aus als hätte man gerade ein Tier gerissen und ist damit beschäftigt die rohe Leber zu essen.

Auf den Straßen und Plätzen findet man rote Spritzer die der Kenner als ausgespucktes Moma identifiziert. Es liegen Spucktröge herum die die Leute benutzen sollen.

In Bontoc habe ich mich gleich mit Bargeld eingedeckt, weiter nördlich gibt es auch nur sehr selten mal einen Geldautomaten hab ich gehört.

Kannenpflanze

Wir fahren eine Strecke die Luftlinie 4 km weit ist, Bontoc nach Sagada-  aber sich über mehrere Bergkämme 24 km auf einer oft nur einspurigen sehr kurvigen Straße befindet. Auf den von Baumfarnen und Pinien gesäumten Serpentinen und von Wasserfällen gesäumten Berghängen habe ich verschiedene farbige Orchideen, riesige Ansammlungen von Kannenpflanzen entdeckt. Diese Pflanze ernährt sich von Insekten die in die Kannen hinein fliegen oder krabbeln. Die Kanne ist zu 1/3 mit einer sauren Flüssigkeit gefüllt (PH3) und verdaut Ihr Opfer binnen weniger Tage. Schön anzuschauen ist sie zudem auch.

Eingecheckt haben wir im Sagada Guesthouse, das wurde uns empfohlen. Den Preis von 250p pro Person habe ich auf 230p (4,24€)gedrückt und wir haben uns in ein Viererzimmer einquartiert.

Keine Verschnaufpause und die Jungs wollten gleich los zu den Caves. Darunter konnte ich mir jetzt nicht besonders viel vorstellen und ich bin einfach mit gegangen. Absolut zu empfehlen! 400p pro Person erschien mir recht teuer für eine Höhlenwanderung- Sumaging Cave Connection, doch wollte ich kein Spaßverderber sein, bin mit. Erst unterwegs erfuhr ich, dass es sich hierbei um eine längere Begehung tiefer Höhlen handelt, wir durch einen unterirdischen Fluss waten werden und anschließend in einen unterirdischen See springen wollen. – OK.

Meine Wasserschuhe und die Badeshorts schleppe ich seit Monaten ungenutzt mit mir herum, auch diesmal habe ich sie nicht dabei, wenn ich sie brauche. Aber die Taschenlampe hab ich diesmal mit. Es gibt 3 Routen, die kleine, die große oder die ganz große. Wir haben uns für die Mittlere entschieden. 3 Stunden im Berg. Angefangen haben wir im Sumaging Cave, 20 Minuten Wanderung von unserem Guesthouse aus.

Ein beeindruckender Höhleneingang, der auf der rechten Seite vollgestopft ist mit kleinen und großen ausgehöhlten Holzstämmen.  In diesen Stämmen liegen wichtige Verstorbene ab der dritten Generation dieser Gegend. Die Einheimischen hier begraben Ihre Toten nicht, sondern stopfen sie in der Embryonalstellung in die erwähnten, ausgehöhlten Baumstämme und stapeln sie wie im Versandlager von Hermes übereinander an die Höhlenwand. Manche Pakete sind länger und schmaler, das seien die moderneren Sarkophage, hier werden die Körper wie im Katholizismus üblich, liegend eingesargt.

wild durcheinander liegende Sarkophage im Höhleneingang

Übereinander gestapelt bis unter die Decke, manche in Felsspalten gesteckt liegen die Sarkophage herum. Einige sind über 400 Jahre alt, manche scheinen wohl nicht richtig befestigt gewesen zu sein und befinden sich unten in der Höhlenschlucht.

An den zerschellten Sarkophagen und Gebeinen vorbei sind wir dann allmählich in die Höhle abgestiegen. Sehr bald wurde die Wanderung zu einer Klettertour, abseilen (ungesichert)durch kleine Spalten im Fels ins Ungewisse.

Wir hatten zu Viert zwei Guides, einer vorne, einer Hinten, beide mit recht hellen Gaslampen. Um uns herum eröffneten sich Szenen wie aus Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde. Ein gigantischer Tropfsteinpark löste den anderen ab. Inmitten, mal drunter mal darüber sind wir dann geklettert. Immer tiefer in den Berg. Manche Höhle so groß wie eine Turnhalle, manche Abschnitte so schmal, dass man auf dem Hosenboden rutschen musste.

Meine tolle Taschenlampe erwies sich als nicht Stoßfest. Hat bald den Geist aufgegeben.kalte Vadscheina Große Wasser gefüllte Sinterbecken wie man sie aus Pamukkalekennt, riesige Stalakmiten und die dazu gehörenden Titten, ach was sage ich!, die gesamte Palette an Kalkgebilden war zu finden. Sind durch Stalagnate durchgeklettert wie durch Gitter, an Sinterterrassen hoch und runter, die durch Ihre Kalkablagerung besonders griffig waren. Baldachine über uns.  Alles aufgezählte ist schwer fragil und sollte nicht berührt werden, da es ja bekanntlich viele Jahre dauert, bis sich die einzelnen Schichten bilden, nachdem man mit fettigen Fingern dran war aber nichts mehr haften bleibt. Hier kennt man diese Lebensverlängernden Maßnahmen nicht, neben Moma Spuckspuren fand sich hier und da auch mal ein Zigarettstummel im Höhlengewässer.

Cave

Sumaging Cave

Der Sprung über eine Sinterterrasse ins Becken war ein Hochgenuß. Kalt ist das Wasser und Kristallklar. Es schmeckt wie Evian. By the way, liebe Xiaoxiao, wenn Du Diese Zeilen liest, die Kopfhörer die Du mir mitgebracht hast sind auf jeden Fall Wasserfest . Das sogar bis zu zwei Meter. So tief bin ich nämlich getaucht im Höhlenbecken ohne zu wissen, dass ich sie in der Hosentasche hatte.

Gefährlich wurde die Strecke, wenn man sich an Felsvorhängen oder einem Seil festhaltend einige Meter hoch oder Runter klettern musste. Sind an einem anderen Höhleneingang nämlich dem  Lumiang Cave heraus gekommen.

Die Tour war ein Heidenspaß. Der Nach Hause Weg war wieder gesäumt von tollen Reisterrassen und Pinienwäldern. An den Zerklüfteten Felsformationen auf dem Weg konnte man auch einige hanging Covins erblicken. Die Leute hängen die Sarkophage in den Fels hinein. Auch Außerhalb.

ziemlich hoch hängende Särge

ziemlich hoch hängende Särge

Wie Geranienkästen hängen die Ahnen so herum.  Die animistischen Riten und Aberglaube der Menschen sagen, dass der Geist so leichter in den Himmel entweichen kann und sich nicht durch sechs Fuß Erde durcharbeiten muss, wie es ist, wenn er Beerdigt wird. Irgendwie einleuchtend!

Den Abend haben wir in einem netten Restaurant zum Abklingen gebracht , sehr leckeren Eintopf und lila farbenen Reis gab es für mich. Dazu ein Liter Coca Cola aus einer in Deutschland seit den 80ern ausgestorbenen Glasflasche und ein leckeres Red Horse Beer. Zum Nachtisch einen Schokokuchen so schwarz wie Schokokuchen je sein sollte und auch so lecker. Ich hätte mein Bier gern gegen ein Glas Milch eingetauscht um dem Kuchen die gebürtige Ehre zu erweisen.

Die Reggaebar die wir dann aufgesucht haben, habe ich sehr bald wieder verlassen und bin beschwingt nach Hause gewandert. Ein Mondfarbener Hund leistete mir auf dem Weg Gesellschaft, Es ist 20 Uhr und ich Bett reif. Ich bin dankbar für diesen Tag.

16. Februar 2013. Sagada

Die Jungs checken aus, sie müssen weiter ziehen. Ich habe beschlossen, hier noch eine Zeit lang zu verweilen. Bin in ein Einzelzimmer umgezogen, meine kleine Kammer mit Bett, Tischlein und Stühlchen, Fenster zur Terrasse.

Außer ein paar Kleiderhaken und einer Steckdose fehlt mir nichts. Dass das Klo und die Dusche meist außerhalb und Gemeinschaftsraum sind, stört mich schon lange nicht mehr.

Hier habe ich Internet und habe beschlossen den Tag über meinen Blog ENDLICH online zu stellen. Habe lauter Textfetzen, manche von Thailand, manche von Malaysia, einen großen Teil  von Indonesien. Ich habe beschlossen erst einmal aktuell zu werden, die alten Storys arbeite ich bei Gelegenheit auf.

Es gibt noch viel zu sehen hier in der Umgebung.

Als ich mich gerade wieder an den Rechner gemacht habe, kam ich ins Gespräch mit zwei Philippinischen Mädchen aus Cebu, auch Touristen, sie wollten zum Wasserfall laufen, ich kann nicht „Nein“ sagen, so bin ich mitgegangen.

Wollten den kleinen Wasserfall „ Bokong Falls“ suchen, welcher in unmittelbarer Wanderweite sei, die Abzweigung haben wir übersehen und sind weiter gelaufen. Zurücklaufen ist nicht! haben den Daumen gehoben und sind dann doch mit einem Jeepney mitgefahren zu dem großen „Bomod`ok Wasserfall“ .

meine beiden Mädels und der Wasserfall

meine beiden Mädels und der Wasserfall

Am Eingang muss man sich in ein Büchlein einschreiben und man muss einen Guide engagieren.  Die 500p haben wir uns durch Drei geteilt.  Der Weg dort hin ist nicht zu übersehen, ein Guide eigentlich unnötig, es gäbe sehr viele die als Guide arbeiten, jeder Guide kommt daher nur etwa ein Mal in der Woche dazu eine Tour führen zu können, daher darf man wohl nicht alleine laufen… weil sonst die Einnahmequelle versiegt.

Tausende Stufen, Höhen und Tiefen später, nach ca. ein ein halb Stunden Wanderung durch Reisfelder und dem Dorfidyll des Fidelisan Dorfes, stehst Du vor einem Bild, das man aus den kitschigen Plastikgemälden in den indischen, chinesischen oder türkischen Supermärkten kennt.- Nein noch besser. Aus dem Reklameblatt der Zeugen Jehovas. In diesen Blättern sieht man dieses Bild:

Bomod´ok Fall

Kitsch, wenn es nicht echt wäre

Ein Pool aus Kristallklarem, blauem Wasser, ein riesiger Wasserfall der sich in diesen ergießt und viele kleine Wasserfälle außen rum die diesen runden Pool beplätschern und lauter kleine Whirlpools bilden.

Die zerklüfteten Steilhänge wo der große Wasserfall sich bricht sind mit bunten tropischen Blumen, Farnen und Moosen bewachsen, die großen runden Felsen rahmen das Gesamtbild ein. Schmetterlinge kreisen, Mauersegler oder Schwalben flitzen blitzschnell über unsere Köpfe, im Kampfflug über der Wasseroberfläche. Tauchen kurz ein um sofort wieder Höhe zu gewinnen. So habe ich das erste Mal beobachten, wie sie baden. Die ungeübteren nehmen eine Dusche im Flug am Wasserfall.

Die Sonnenstrahlen brechen sich, es funkeln Regenbogen. So kitschig,- wenn es nicht echt wäre.

Am Abend haben wir uns aus dem Guesthouse zusammen getan, ein alter sehr viel sprechender Franzose, ein indisch aussehender Holländer, die zwei Philippinischen Mädels und ich.

Die Mädels haben ein Restaurant empfohlen bekommen, wo es Hühnchen gibt. Pinikpikang manok heißt das Hühnchen und die Zubereitung sei in dieser Gegend eine Spezialität .  Also gehen wir ins Pinikpikan House essen. Das haben alle, außer dem vegetarischen Holländer bestellt. Es kam der lila Reis der hier anscheinend üblich ist, dann eine kleine Schale mit klarer Brühe in dieser schwamm das vermeintliche Hühnchen. In kleine Teile zerschnitten. Ich habe außer Hühnchen auch Schwein und ein anderes Tier heraus geschmeckt. Das Hühnchen war sehr lecker. Alles war lecker. Es schmeckte etwas geräuchert.

Heute würde ich da nie wieder hin gehen. Habe nämlich am nächsten Morgen gegoogelt, was die Mädels mit „killing it softly“ gemeint haben.

Bereitung eines Pinikpikang Huhnes: man nehme ein lebendes Huhn, hänge es kopfüber auf. Dann bearbeite man es langsam mit Stockhieben, bis die Flügel sich blau verfärben, es aufhört zu schreien, sich zu bewegen und schließlich zu atmen. Das Ziel dieser Tortur ist es, das Blut des Tieres in den Kopf abfließen zu lassen, bis dieser regelrecht platzt. So stirbt das Tier nach einer qualvollen sadistischen Ewigkeit durch Stockhiebe und  einem Blutgerinnsel im Schädel.

Das ganze wird anschließend auf einem Holzfeuer gebraten und später dem Eintopf zugegeben. Ich fühle mich schlecht und bin der Meinung, dass es genügt hätte, das ordentlich geschlachtete Tier auf dem Holzfeuer zu braten. Denn der Geschmack rührt eher vom Räuchern.

Ich fühle mich schlecht.

die Fortsetzung ist bereits in Bearbeitung….

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From → Südostasien

2 Kommentare
  1. Renate permalink

    Hey Levent! Habe eben mit interessierter Freude, echtem Fernweh und amüsiert Deinen Blog gelesen! Besonders Deine Reaktion auf das Pinikpikang Huhn hat mich amüsiert – das ist eben Asien…! Aber mir wäre wohl auch schlecht geworden. – Ansonsten ist es dort ja superschön!! Viel Spaß Dir!! Ich sitze vor meinem Fenster, sehe wie es schneit, bibber, und denke an ferne Regionen… 🙂 Lieben Gruß, Renate

  2. Brüderle!
    tolles Blog, ich liebe deine schreibkunst und bewundere, wie du die infos in so lustige saetze reinpackst.
    Ich habe traenen gelacht im ersten Teil und habe jetzt schon wieder Fernweh.
    Ich freu mich auf mehr, her damit!

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